Einsparung durch Gesundheit:
Akteure berichteten zum offiziellen EIBE-Abschluss von ihren positiven Erfahrungen
Überzeugende Argumente für die Einführung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) in Unternehmen lieferte die Abschlussveranstaltung des bundesweiten Modellprojektes EIBE im Berufsförderungswerk Nürnberg. Weit über hundert Vertreter/-innen aus der Wirtschaft, von Reha-Trägern und Sozialverbänden waren dazu in das Tagungszentrum des BFW Nürnberg gekommen.
Einsparungen durch BEM um mindestens den Faktor vier
Die Abkürzung EIBE steht für "Entwicklung und Integration eines Betrieblichen Eingliederungsmanagements nach §84 Abs. 2 SGB IX". Ziel war die Einführung eines BEM in den deutschen Berufsförderungswerken und die Sammlung von Erfahrungen mit dem 2004 gesetzlich verankerten Instrument.
Klar belegbar ist nach Worten des Wirtschaftswissenschaftlers Martin Emmert, Universität Erlangen-Nürnberg, der Nutzen eines planmäßigen BEM: Demnach übersteigen die Einsparungen durch BEM die Kosten für dessen Einführung und Anwendung um mindestens den Faktor vier. In Zahlen können sich die Einsparungen in einem Produktionsbetrieb bei einem einzigen BEM-Fall auf bis zu 147000 Euro summieren, so Emmert.
Blick für die gewissen Kleinigkeiten mit der großen Wirkung
Auch im BFW Nürnberg hat BEM im Laufe des Projektes einen festen Platz eingenommen. Die planmäßige Analyse von relevanten Krankheitsfällen öffnet den Verantwortlichen den Blick für die gewissen Kleinigkeiten mit der großen Wirkung, beschreibt Projektkoordinator Erich Hörnlein die Wirkung im Unternehmensalltag. Die Praxis habe bestätigt, dass oft ein spezielles Hilfsmittel, eine Anpassung der Arbeitszeit oder ein Wechsel des Teams Krankheitsursachen ohne großen Aufwand beseitigen können. Voraussetzung ist ein systematisches Vorgehen zur Ermittlung der Krankheitsursachen und deren Beseitigung - das BEM.
Der Arbeitskreis Prävention und Assessment der ARGE Deutscher Berufsförderungswerke hat EIBE im Jahr 2005 beim BMAS angeregt und von dort den Auftrag für die Durchführung des Projektes erhalten. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Institut für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH (iqpr) an der Deutschen Sporthochschule Köln.
„Die Menschen müssen immer länger arbeiten, deshalb müssen wir auch dafür sorgen, dass sie überhaupt so lange arbeiten können!" Mit diesen Worten erklärt der Leiter des Arbeitskreises und Geschäftsführer des BFW Nürnberg Reiner Eggerer die Grundüberlegung, die hinter EIBE steht. Eggerer hatte während der gesamten Laufzeit von EIBE die Leitung des Projektes im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft inne.
Wir im Dialog: Beratungsdienstleistung für Wirtschaftsunternehmen
Bis heute haben 20 von 28 Berufsförderungswerken in Deutschland Betriebliches Eingliederungsmanagement in die Praxis umgesetzt. Höchste Stufe ist die Zertifizierung nach der kanadischen CBDMA-Richtlinie. Neben dem BFW Nürnberg verfügen derzeit weitere 10 Berufsförderungswerke über diesen Fähigkeitsnachweis. Alle zertifizierten Berufsförderungswerke geben ihre Erfahrungen aus der BEM-Einführungsphase unter dem Motto „Wir im Dialog" als Beratungsdienstleistung an Wirtschaftsunternehmen weiter.
Hier finden Sie ein Einladungsschreiben als .pdf zum Download
Entwicklung und Integration eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (EIBE) im Internet
Nähere Informationen erhalten Sie über
Cornelia Klotz,
Wissenschaftliche Assistentin der Projektleitung EIBE
Berufsförderungswerk Nürnberg gemeinnützige GmbH
Tel. 0911/938-7500
Fax 0911/938-7239
mailto: cornelia.klotz@bfw-nuernberg.de

