Berufsförderungswerke sind echte Chancengeber:
Olaf Scholz im BFW Oberhausen
Die Arbeitslosigkeit hat den niedrigsten Stand seit Jahren erreicht, die wirtschaftliche Entwicklung verläuft positiv - für den Bundesarbeitsminister ein Anlass, ein Phänomen ins Auge zu fassen, das lange Zeit für vollkommen unmöglich gehalten wurde: Vollbeschäftigung. Dies sei ein Ziel, das in einer demokratischen, sozialen Marktwirtschaft auch erreichbar sei, so Scholz. Er wolle, dass ein Bürger, der seinen Arbeitsplatz verliert, sicher sein kann, spätestens nach einem Jahr einen neuen Arbeitsplatz finden zu können. Dazu müsse „die Arbeitsvermittlung in Deutschland die Leistungsfähigste Institution werden", setzte Scholz ein deutliches Benchmark. Dieses Ziel solle durch eine Optimierung der Arbeitsvermittlung erreicht werden, zu der neben einer Reduzierung und Effektivierung der arbeitsmarktpolitischen Instrumente als Basis für eine „bessere, passgenauere Lösung für die Integration jedes einzelnen Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt" auch die Schaffung der „kooperativen Jobcenter" zählen.
Scholz machte keinen Hehl daraus, dass er die Argen für „eine gute Sache" gehalten habe und sprach sich auch weiterhin für dezentrale Strukturen aus: „Wir versuchen, das dort Aufgebaute nicht wieder auseinanderzureißen", so Scholz. Eine kommunale Lösung zur Betreuung der Hartz-IV-Empfänger sei aus seiner Sicht nicht machbar: „Bei einer solchen Neuregelung wären alle Länder erledigt." „Berufliche Rehabilitation der beste Weg zurück in die Gesellschaft"
Arbeitgeber Meeting Point im BFW Oberhausen
Nicht vom positiven Trend auf dem Arbeitsmarkt profitierten Geringqualifizierte und ältere Beschäftigte. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf, so der Minister. Er unterstrich, dass für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt seien, berufliche Rehabilitation der beste Weg zurück in die Gesellschaft sei und lobte die Berufsförderungswerke „als echte Chancengeber, die Menschen wieder zurück in den Beruf bringen." In Oberhausen machte der Bundesminister auch klar, dass berufliche Rehabilitation und Integration weiterhin zu den unverzichtbaren Kernelementen der Förderinstrumente gehören werden. Aus diesem Grund habe sich das BMAS mit RehaFutur auch aktiv in den aktuellen Weiterentwicklungsprozess in der beruflichen Rehabilitation eingebracht. Fest stünden die neuen Rahmenparameter: Der Reha-Prozess müsse individueller und aktivierender, vorzeitiger und komplexer sowie ambulanter und betriebsnäher werden. „Leitmotiv und Voraussetzung für wirksame Reha-Leistungen ist dabei die Übernahme der Verantwortung des Rehabilitanden für sich selbst", betonte Scholz. Entscheidend für das erreichte Ziel der Integration sei auch eine verstärkte Kooperation und Vernetzung mit Unternehmen.
Erfolgreiche Vernetzung mit Betrieben
Ein Beispiel für die erfolgreicheVernetzung mit Betrieben ist der Arbeitgeber Meeting Point im BFW Oberhausen: Das Treffen, das mittlerweile zum fünften Mal veranstaltet wurde, soll den Dialog zwischen Unternehmern aus der Region und bekannten Wirtschaftsfachleuten sowie Politikern fördern.
BFW-Direktor Herbert Schmidt: „Mit dieser „Business to Business"-Veranstaltungsreihe wollen wir unsere Kontakte zu Unternehmern vertiefen und eine Plattform für den Erfahrungsaustausch schaffen."Die Kooperationen, die sich seitdem mit Unternehmen wie Edeka, Babcock oder Hewlett-Packard ergeben haben, zeigen, dass Arbeitgeber offen für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung sind - wenn sie arbeitsmarktgerecht qualifiziert worden sind.

